Eine Datenflat offenbart die Qualitätsunterschiede zwischen den Netzen der vier deutschen Netzbetreiber Vodafone, Telekom, O2 und E-Plus. Sprach und Nachrichtendienste bieten mittlerweile alle in guter Qualität, aber mobiles Surfen stellt die Netze vor erheblich größere Herausforderungen.
Bei der Auswahl des Netzbetreibers kann sich ein aktueller Test als hilfreich erweisen. Eine Sonderstellung unter den Netzbetreibern nimmt E-Plus ein, das sich bewusst als Billiganbieter im Mobilfunkbereich positioniert. E-Plus Kunden bezahlen weniger und erhalten dafür weniger Leistung, daran ist nichts ungewöhnlich. Wer aufgrund seines Nutzungsverhaltens keinen schnellen mobilen Internetzugang benötigt, kann sich durchaus für eine preiswerte E-Plus Datenflatrate entscheiden.
Schwieriger gestaltet sich der Vergleich der übrigen Netzbetreiber. In städtischen Ballungsräumen hat O2 zwar noch nicht ganz zur Konkurrenz der beiden großen Anbieter aufgeschlossen, aber deutlich aufgeholt. Problematischer wird es für O2-Kunden, wenn sie die Ballungszentren verlassen oder gar während der Fahrt im Auto ihren mobilen Internetzugang nutzen möchten. Da fehlt es noch an der notwendige Netzabdeckung in der Fläche. Vodafone und die Telekom liegen bei den Datenflatrates nach wie vor deutlich vorne, sowohl bei der Leistung als auch beim Preis. Vodafone landet bei Chip auf Platz zwei, obwohl es die schnellsten Ladezeiten für Websites vorweisen kann. Der Grund dafür ist die recht rabiate Datenkompression, die einerseits Down- und Uploads einer Datenflat deutlich beschleunigt, aber andererseits zu Qualitätseinbußen bei Grafiken führt, die durchaus sichtbar sind.
Inzwischen bieten Mobilfunkdiscounter Datenflatrates in allen vier Netzen an, und es spricht wenig dagegen, diese preisgünstigeren Angebote zu nutzen. Im Normalfall erhält der Kunde die identische Leistung wie bei einem direkt mit dem Netzbetreiber geschlossenen Vertrag. Lediglich wenige Tarife bremsen den Kunden auf den alten Standard GPRS aus. Meist handelt es sich dabei um Angebote, die trotz einer niedrigen monatlichen Grundgebühr ein relativ hochwertiges Gratis-Smartphone beinhalten, bisweilen sogar zwei. Ansonsten sind die Datenflat Angebote der Discounter eine vollwertige Alternative zu den Handyverträgen der Netzbetreiber.