Erdwärme wird auch als Geothermie bezeichnet. Diese befindet sich im für den Menschen zugänglichen Teil der Erdkruste. Die Erdwärme zählt zu den regenerativen Energien und ist deshalb ein Energielieferant der Zukunft.
Die Speisung der Erdwärme erfolgt aus mehreren Quellen. Zum einen liefert die Gravitationsenergie Wärme, die aus dem Erdinneren aufsteigt, zum anderen entsteht Wärme auch durch radioaktive Zerfallsprozesse. Aber Wissenschaftler gehen auch davon aus, dass seit der Entstehung der Erde eine so genannte „Ursprungswärme“ vorhanden sein könnte, die als Energiequelle genutzt wird.
In Deutschland liegt diese Form der Energie oftmals im Verborgenen. Jedoch zeigt sich die Kraft der Erdwärme in anderen Ländern sehr deutlich. In Neuseeland, Island oder Italien zum Beispiel durch die Tätigkeit von Vulkanen. Auch in den Vereinigten Staaten sind Quellen der Geothermie zu finden. Im Yellowstone-Nationalpark führten das Vorkommen von Geysiren und Schlammtöpfen unter anderem zu dessen Bekanntheit. Die Geysire und heißen Quellen weisen nicht nur auf vorhandene Erdwärme hin, sondern zeigen auf, dass diese direkt umgewandelt werden kann. Der heiße Wasserdampf und das heiße Wasser kann in Energie umgewandelt werden, die zum Heizen oder als Elektroenergie verwendet werden kann.
Das größte Potenzial unter den erneuerbaren Energiequellen besitzt die Erdwärme. Für zwei verschiedene Anwendungen kann diese grundsätzlich genutzt werden. Zum einen zur Gewinnung von Wärme, zum anderen für die Stromerzeugung. Eingeteilt wird die Geothermie nach den zwei unterschiedlichen Nutzungsformen. Die oberflächennahe Geothermie und die tiefe Geothermie. Oberflächennahe Geothermie wird bis zu einer Tiefe des Untergrunds von 400 m genutzt. Die dort herrschenden Temperaturen bis zu 25°C werden zum Beheizen oder auch zum Kühlen von Gebäuden, Infrastruktureinrichtungen oder technischen Anlagen genutzt. Dem Boden und dem Fels, der der Oberfläche nahe gelegen ist, wird mittels Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren oder mit Hilfe von Betonrammpfählen Wärme entzogen. Diese Hilfsmittel stehen meistens auf dem Grund und Boden, wo die Wärme auch direkt genutzt werden soll. Auch dem Grundwasser kann Wärme mittels einer Wärmepumpe entzogen werden und so zum Beispiel zur Kühlung verwendet werden. Die tiefe Geothermie greift bei einer Tiefe ab 400 m. Auch hier werden die Lagerstätten der Erdwärme weiter unterschieden. Petrothermale Lagerstätten sind jene, bei denen die Wärme in heißen und meist trockenen Tiefengesteinen gespeichert wird. Hydrothermale Lagerstätten sind tiefliegende Grundwasserläufe, welche Wärme im Thermalwasser und in den Gesteinen führen. Des weiteren wird auch zwischen Hochenthalpielagerstätten (hohe Temperatur) und Niederenthalpielagerstätten (niedrigere Temperatur) unterschieden. Die Grenze zwischen beiden liegt bei 200°C