Bei der Umstellung der Mobilfunknetze auf LTE erweisen sich Endgeräte zunehmende als entscheidendes Hindernis. Zwar steht mit der Inbetriebnahme des ersten LTE Sendemastes durch die Deutsche Telekom im brandenburgischen Kyritz auch die Umstellung der Netze noch am Anfang, aber hier liegen inzwischen realistische Zeitpläne für eine zügige Umstellung vor. Vodafone will bis 2011 immerhin 1500 seiner Basisstationen auf LTE umrüsten, die Telekom und O2 haben sich ähnliche Ziele gesetzt. Aber selbst dort, wo bereits LTE Basisstationen in Betrieb genommen werden, müssen sich die Kunden voraussichtlich bis Februar 2011 gedulden, bis sie LTE endlich nutzen können. Die notwendigen Endgeräte fehlen, das gilt für Handys, WLAN-Router und LTE Sticks gleichermaßen.
Selbst wer einen LTE Stick ergattern wird, wird schnell feststellen, dass der Mobilfunkstandard LTE anfänglich sehr wenig mit Mobilfunk gemein hat. LTE wird zunächst ausschließlich dazu genutzt, bislang unerschlossene Regionen mit Breitband-Festnetzanschlüssen zu versorgen. Das Pilotprojekt der Telekom in Kyritz macht das sehr deutlich: Es findet keine Übergabe zwischen den Sendemasten statt. Wer die Reichweite seines Senders verlässt, verliert die Verbindung.
Die theoretisch möglichen Bandbreiten von bis zu 170 MBit pro Sekunde müssen sich alle Teilnehmer in einer Mobilfunkzelle teilen. Für ländliche Regionen werden daher zunächst Geschwindigkeiten von zwei bis drei MBit pro Sekunde angestrebt. Übertriebener Optimismus wegen der medienwirksam inszenierten Inbetriebnahme von LTE ist also noch fehl am Platze. Anfangs werden mit LTE nur die Löcher im DSL-Teppich notdürftig geflickt.